KINDERHEIM
Besuch und Volontäre
Das ganze Jahr über besuchen uns immer wieder Volontäre aus der Schweiz, sehr zur Freude der Kinder und Jugendlichen. Sie bringen Abwechslung in den Alltag, haben immer Zeit und sind mit Herz und Engagement dabei. Sie organisieren kleine Aktivitäten, die sonst oft nicht möglich wären und schenken den Kindern vor allem etwas Wertvolles: neue Freundschaften.
Ein besonderes Highlight war der Besuch unseres Stiftungsratsmitglieds Marc Ziegler und seiner Frau Ana Ende des Jahres. Dank ihrer perfekten Spanischkenntnisse entstand sofort eine Verbindung zu den Kindern und Mitarbeitenden. Gemeinsam besuchten wir unsere Projekte und tauchten in den Alltag des Kinderheims ein.
Auch viele unserer Schweizer Freunde bereichern mit ihren Besuchen das Leben der Kinder und schaffen Momente der Freude und Geborgenheit.
Maturafeier
Wir sind stolz darauf, dass Cesia ihr «Bachillerato en Administración de Empresas» mit beeindruckenden 95% abgeschlossen hat. Wendy hat ihr «Bachillerato en Ciencias y Humanidades» ebenso erfolgreich abgeschlossen. Die feierliche Übergabe der Diplome fand in einem festlichen Rahmen statt, zu dem jede Absolventin sieben Gäste einladen durfte. Es war für alle ein unvergessliches Erlebnis und eine grosse Motivation für die jungen Leute.
In der Schweiz entsprechen die Abschlüsse wie folgt:
- Der «Bachillerato en Administración de Empresas» ist vergleichbar mit einem Fachmittelschulabschluss mit wirtschaftlichem Schwerpunkt.
- Der «Bachillerato en Ciencias y Humanidades» entspricht am ehesten der gymnasialen Maturität.
Beide haben die Aufnahmeprüfungen für die Universität bestanden und werden im Jahr 2025 ihr Studium beginnen. Wir wünschen den beiden viel Erfolg!
Kulturelle Ausflüge
Trotz der häufigen sozialen Herausforderungen ist Honduras ein Land von bemerkenswerter Vielfalt und Schönheit.
Unsere Kinder konnten einige kulturelle Höhepunkte erleben:
Fortaleza de San Fernando in Omoa: Dieses historische Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert beeindruckte die Kinder. Nach der Besichtigung gab es ein typisches Mittagessen am Meer mit frittiertem Fisch, Kochbananen, Bohnen und Reis. Ein Bad im Meer rundete den Tag ab.
PANACAM Nationalpark: Mit den älteren Jugendlichen unternahmen wir eine 4-stündige Wanderung durch den atemberaubenden Park, der bekannt ist für seine Nebelwälder, tropischen Regenwälder und eine faszinierende Pflanzenvielfalt wie Orchideen, Farne und riesige Mahagonibäume. Die beeindruckende Vegetation war für alle ein besonderes Erlebnis.
Bauernhoftiere im Yo Quiero Ser
Die Firma TRC, ein langjähriger Unterstützer, bereitete den Kindern einen unvergesslichen Tag. Eine Bauernfamilie brachte Tiere mit, die viele Kinder zum ersten Mal sahen und streicheln durften. Unter den vierbeinigen Gästen waren Ponys, Pferde, Schweine, Kälber, Schafe, Kaninchen, Schildkröten und sogar Frösche.
Wer sich traute, durfte sogar Frösche auf dem Kopf halten und Kälber mit der Flasche füttern. Der Höhepunkt des Tages war das Reiten - ein Erlebnis, das die Kinder so schnell nicht vergessen werden.
Vor- und Weihnachtszeit
In der Adventszeit besuchten uns viele Firmen wie K y B, Mapfre, Aglo Joven, APROSSA, Da Gas, Sociedad San Vicente de Paul, Interact und andere. Sie organisierten besondere Tage mit Geschenken, Pizza und Piñatas, so dass die Kinder mehrmals Weihnachten feiern konnten.
Die Firma TRC lud uns auch zu Chuck Cheese (Spielbereich im Freizeitzentrum) ein, wo die Kinder mehrere Stunden spielen konnten. Anschliessend gab es ein leckeres Mittagessen und jedes Kind durfte sich über ein Weihnachtsgeschenk freuen.
Heiligabend und Silvester verbrachten wir im Familienkreis. Nach einem festlichen Abendessen spielten wir gemeinsam und liessen das Jahr 2024 Revue passieren. Negative Erlebnisse und Konflikte schrieben die Kinder auf Zettel, die in einem Männchen - dem Monigote - versteckt und um Mitternacht verbrannt wurden. So starteten alle mit positiven Gedanken und neuer Energie ins Jahr 2025.
SANTA ROSA DE COPAN
Jahresrückblick 2024
José Luis Maldonado, Direktor in Santa Rosa de Copán: „2024 blickt unsere Stiftung Yo Quiero Ser im Berufsbildungszentrum in Santa Rosa de Copán auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Insgesamt haben wir 35 technische Kurse angeboten, in denen 517 Teilnehmende aus 15 verschiedenen Ausbildungsbereichen ihr nationales Diplom erhalten haben. Dazu gehörten Schreinerei, Schlosserei, Schneiderei, Coiffeur, Schmuckherstellung, Kfz-Mechanik, Handyreparatur, Herstellung von Duftkerzen und Reinigungsmitteln. Diese Kurse wurden in enger Zusammenarbeit mit INFOP durchgeführt, die auch die Diplome an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen überreichte. Wir freuen uns besonders, dass alle Kurse kostenlos sind und wir so vielen Menschen die Möglichkeit geben konnten, sich beruflich zu qualifizieren.
Feedback von Kursteilnehmenden
Roxana (Coiffeur): „Ich möchte neue Dinge fürs Leben lernen. So kann ich meinen Kindern selbst die Haare schneiden und spare dabei Geld.“
Josué (Coiffeur): „Der Kurs ist kostenlos und ich bekomme eine Ausbildung, die nun meine Einkommensquelle ist. Haare schneiden ist sehr teuer und so kann ich gutes Geld verdienen“.
Angela (Nähkurs): „Dieser Kurs ist wunderbar, und ich lerne viele neue Dinge. Jetzt kann ich Kleider nähen und sie verkaufen.“
Geovanni (Schlosserkurs): „Ich habe den Kurs besucht, weil ich mich schon immer für handwerkliche Arbeiten und Metallverarbeitung interessiert habe. Ausserdem wollte ich meine beruflichen Fähigkeiten verbessern, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
Yoni (Schreinerkurs): „Nach Abschluss des Kurses möchte ich in einer Schreinerei arbeiten, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Mein langfristiges Ziel ist es, eigene Möbelentwürfe zu realisieren und vielleicht eines Tages eine eigene kleine Schreinerei zu eröffnen.
Jessica: Die zweijährige Ausbildung zur Krankenschwester hat mir gezeigt, wie wichtig praktische Erfahrungen im Berufsalltag sind. Vor allem das Praktikum war sehr spannend, da ich das Gelernte direkt am Patienten anwenden konnte. Es hat mir geholfen, mein Wissen zu vertiefen und ein besseres Verständnis für die Aufgaben und Herausforderungen des Pflegeberufs zu entwickeln. Ich habe jetzt eine Stelle im Spital.
Zusätzlich nahmen 196 Schüler aus sechs verschiedenen öffentlichen Schulen an unseren Computerkursen teil. Auch hier möchten wir einige Rückmeldungen weitergeben:
Maria: „Der Tag, an dem wir hierher kommen dürfen, ist immer der schönste der Woche. Wir lernen viel Spannendes und bekommen eine leckere Zwischenverpflegung.
José: „Ich habe in diesem Jahr viel gelernt und neue Computerkenntnisse erworben. Wenn ich gross bin, möchte ich in diesem Bereich arbeiten.
Lehrerin: „In diesem Jahr konnte ich im Computerunterricht viele Schülerinnen und Schüler für digitale Themenbegeistern. Wir haben grundlegende Computerkenntnisse wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Internetrecherche vermittelt. Besonders stolz bin ich darauf, dass einige Schüler nun selbstständig Präsentationen erstellen können. Die Fortschritte und das Engagement der Teilnehmenden haben mich sehr beeindruckt. Mein Ziel bleibt es, die digitalen Kompetenzen weiter auszubauen und noch mehr praxisnahe Projekte zu initiieren.
UNIÓN Y ESPERANZA
Brigada Médica
Eine amerikanische Organisation besuchte Unión y Esperanza und organisierte an einem Sonntag eine medizinische und psychologische Betreuung. Insgesamt wurden 95 Kinder und 58 Erwachsene von den Ärzten untersucht und erhielten kostenlos die notwendigen Medikamente. Ausserdem wurden 4 Jugendliche und 8 Erwachsene psychologisch betreut. Die Organisation sorgte auch für ein gemeinsames Mittagessen aller Bewohner und zum Abschluss des Tages wurde gemeinsam gebetet.
1. Familienjubiläum
Am 15. Dezember feierten die ersten Familien in Unión y Esperanza ihr einjähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wurde Kleidung zu einem symbolischen Preis verkauft, damit sich alle Familienmitglieder an Weihnachten neue Kleidung leisten konnten. Die Stiftung organisierte ein köstliches Weihnachtsessen mit Dessert für alle.
Einige Bewohner erzählten ihre bewegenden Lebensgeschichten, die für die Zuhörer kaum zu fassen waren - es flossen viele Tränen. Sie erzählten von ihrem Leben vor der Umsiedlung, von den verheerenden Folgen der Wirbelstürme Eta und Iota, die alles zerstörten, und von der harten Zeit, in der viele ums Überleben kämpften. Doch heute haben sie eine neue Perspektive und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Zum Abschluss des Tages gab es eine Tombola mit grossartigen Preisen und für die Kinder eine fröhliche Piñata.
Die Familien
Ende 2024 waren in Unión y Esperanza insgesamt 91 Häuser besetzt, die von 61 Familien mit Paaren, 29 alleinerziehenden Müttern und einem alleinerziehenden Vater bewohnt wurden. Insgesamt leben 409 Personen im Projekt, davon 55% Frauen und 45% Männer.
Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei 18,75 Jahren. Insgesamt sind 62% der Einwohner jünger als 18 Jahre und nur 38% älter als 18 Jahre.